Was ist Gicht?

Gicht ist eine Störung des Stoffwechsels, die dazu führt, dass der Harnsäurewert im Blut zu hoch ist. Das lässt sich anhand der Harnsäuremenge im Blut, auch Harnsäurespiegel genannt, messen. Wenn dieser über einem Wert von etwa 6,8 Milligramm pro 100 Milliliter Blut liegt, spricht der Arzt bzw. die Ärztin von Hyperurikämie.1 Wird nichts unternommen, um die erhöhten Werte zu senken, kommt es in vielen Fällen zu Gicht, die sich zunächst in Form eines ersten, akuten Gichtanfalls zeigt.

Vom akuten Gichtanfall zur chronischen Gicht

Ein akuter Gichtanfall tritt meist völlig überraschend während der Nacht oder in den frühen Morgenstunden auf.2 Das betroffene Gelenk schmerzt stark, schwillt an, wird heiß und verfärbt sich. Gichtanfälle treffen besonders oft ein Gelenk in den Füßen, speziell das Grundgelenk einer großen Zehe. Sogar Fieber, Krankheitsgefühl und Müdigkeit können mit der Gelenkentzündung einhergehen.3

Wird die Gicht nicht oder nicht ausreichend behandelt, bleibt es nicht bei den akuten Gichtanfällen: Es entwickelt sich der Zustand einer chronischen Gicht, in deren Verlauf sich Harnsäurekristalle in den Gelenken, Sehnen und Schleimbeuteln und in den Nieren einlagern. Die Folgen können große Schmerzen, Deformierungen und Entzündungen sein.

Wie viele Menschen haben Gicht?

Die Häufigkeit von Gicht hat in den letzten Jahrzehnten stark zugenommen. In Deutschland leiden 1 bis 2 % der Erwachsenen an Gicht. Männer sind deutlich öfter betroffen als Frauen. Mit zunehmendem Alter steigt das Risiko an Gicht zu erkranken.4, 5Circa 20 % der Erwachsenen in Deutschland haben überhöhte Harnsäurewerte4, von ihnen bekommt jedoch nur ein Bruchteil chronische Gicht. Das hängt auch von ihrer Ernährung ab.

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Quellen:

1. Reuss-Borst M. Gicht – auch eine Frage des Lebensstiles. Akt Rheumatol 2021; 46: 42-50

2. Choi HK, Niu J, Neogi T et al. Nocturnal risk of gout attacks. Arthritis Rheumatol. 2015; 67(2): 555-62

3. Neogi T. Gout. Ann Intern Med. 2016; 165(1): ITC1-ITC16

4. Annemans L, Spaepen E, Gaskin M et al. Gout in the UK and Germany: prevalence, comorbidities and management in general practice 2000-2005. Ann Rheum Dis. 2007; 67: 960-966

5. Zhang W, Doherty M, Bardin T et al. EULAR evidence based recommendations for gout Part I: Diagnosis. Report of a task force of the standing Committee for International Clinical Studies Including Therapeutics (ESCISIT) Ann Rheum Dis. 2006; 65: 1301-1311