22. Juni 2020
Die aktuelle Ausgabe des Gichttelegramms liegt seid dieser Woche in tausenden ärztlichen Praxen in Deutschland vor. Das Leitthema beschäftigt sich mit den besonderen Gefahren, denen Gichtpatienten dann ausgesetzt sind, wenn sie mit dem Corona-Virus in Kontakt kommen. Die online-Version des Gichttlelegramms finden Sie hier: Link zum Gichttelegramm

10. Juni 2020
Annähernd ein Drittel aller Patienten, die während des COVID 19 Lockdowns einen akuten Gichtanfall erlitten, haben keinen Arzt aufgesucht und häufig auf Selbstmedikation vertraut. Da ein akuter Gichtanfall in der Regel auch ohne und auch bei falscher Behandlung nach etwa 10 Tagen verschwindet, wähnen sich viele der Betroffenen zu Unrecht auf der sicheren Seite.
Es sistiert zwar die Entzündung und mit ihr lassen die Schmerzen nach, doch bleiben die auslösenden hohen Harnsäurewerte im Blut und die hierauf beruhende Neigung zur Bildung von messerscharfen Uratkristallen bestehen. Die Folge sind erneute akute Gichtattacken in deren Verlauf u.a. Gelenke weiter zerstört und bis hin zur Invalidität deformiert werden.
Betroffene Patienten sind dringend aufgerufen, einen Arzt zu konsultieren, um die Harnsäurewerte im Blut zu testen und in normale Bereiche zurückführen zu lassen. Zur Prophylaxe vor erneuten Gichtattacken, die solange entstehen können, bis die Werte unter 6.0 mg/dl Blut gesenkt sind, empfehlen alle Leitlienen der spezialisierten medizinisch wissenschaftlichen Gesellschaften Colchicin. 

20. Mai 2020
Eine aktuelle US-Studie zeigt, dass drei von vier Gichtpatienten eine arterielle Hypertonie, sieben von zehn eine chronische Niereninsuffizienz haben, 50 % sind adipös, jeder Vierte leidet an einem Diabetes, 14 Prozent hatten bereits einen Myokardinfarkt, 10 Pro-zent einen Schlaganfall und 11 Prozent haben eine Herzinsuffizienz.
Für all diese Patienten bringt der Einsatz von NSAR, wie z. B. Diclofenac, ein erhöhtes Risiko für Nebenwirkungen wie Schlaganfall und Herzinfarkt mit sich.

02. Mai 2020
Genforscher haben 18 Genorte entdeckt, die mit erhöhten Harnsäurewerten in Zusammenhang stehen. Als ein nächster Schritt könnten Mittel oder Wege entstehen, die das hierdurch erhöhte Risiko für eine Gichterkrankung mindern oder sogar ausschließen.
Hierfür sind viele Jahre gezielte Arbeit und viele weitere Erfolge in Wissenschaft und Forschung im Bereich Gicht erforderlich – doch kann die genetische Disposition auch heute durch regelmäßige Überprüfung und Stabilisierung der Harnsäurewerte im Blut unter 6,0 mg/dl überwunden werden.

11. April 2020
Der kostenfreie Purinrechner der Deutschen Gichtliga wird auch in Zukunft für alle interessierten Patienten und deren Angehörige frei zugänglich bleiben – die durch das neue DVG (Digitale Versorgungsgesetz) ermöglichte Rezeptierung von Apps mit positiven Versorgungseffekten, würde den Bereich der Nutzer des Purinrechners im Widerspruch zu den Zielen der Deutschen Gichtliga eher einschränken als erweitern.

20. März 2020
Wegen des weitaus besseren Risiko-Nutzen-Verhältnisses von Colchicin gegenüber den für die Behandlung von Gicht bisher als Mittel der ersten Wahl empfohlenen NSAR wie z. B. Diclofenac, hat das BfArM (Bundesinstitut für Arzneimittel) die Arzneimittelzulassung von Colchicin geändert:

Im Gegensatz zur bisherigen Regelung gilt, dass bei einer Arzneimittelverordnung zur Behandlung eines akuten Gichtanfalles NSAR nicht mehr der Vorzug vor Colchicin gegeben werden soll, die individuelle Situation des Patienten entscheidet.