Wie wird die Diagnose Gicht gestellt?

Der Arzt oder die Ärztin hat verschiedene Möglichkeiten bei Verdacht auf Gicht Untersuchungen durchzuführen und eine Diagnose zu stellen. Beim plötzlichen Auftreten von Gelenkschmerzen mit Hitzeentwicklungsollte die Diagnose Gicht in Erwägung gezogen werden.

Oft tritt ein Gichtanfall plötzlich nachts oder morgens auf. Das betroffene Gelenk schmerzt und kann zudem anschwellen, sich verfärben und heiß werden.

Typisch Gicht: Gelenke schwellen anfallsartig an und schmerzen stark, besonders in den Füßen. Im chronischen Verlauf verformen sich die Gelenke.

Anamnese und körperliche Untersuchung

Im Gespräch werden mögliche Auslöser (purinreiche Mahlzeiten, strenge Diät, usw.) abgeklärt, sodass sich der Verdacht auf Gicht erhärtet oder nicht.

Bestimmte Lebensmittel (z. B. Innereien, Bier) können Auslöser für einen akuten Gichtanfall sein.

Akute Gichtanfälle scheinen aus heiterem Himmel zu kommen, aber es gibt bekannte Auslöser, die einen Anfall hervorrufen können.

Auch Fragen zum Lebensstil und ob Gicht in der Familie gehäuft vorkommt, werden angesprochen. Bei der körperlichen Untersuchung kann der Arzt bzw. die Ärztin die Gelenke abtasten und so erste Rückschlüsse ziehen.

Laboruntersuchungen

Im Labor werden Parameter wie Blutbild, C-reaktives Protein, Leber- und Nierenfunktionswerte und hinsichtlich Erkrankungen neben der Harnsäure im Blut die Blutfette und das Hämoglobin A1C erhoben.1 Wenn der Harnsäurespiegel im normalen Bereich liegt, schließt dies eine Gichterkrankung nicht aus, da der Wert nach einem Gichtanfall schnell wieder sinken kann. Bei einem erhöhten Spiegel steigt die Wahrscheinlichkeit für Gicht, wobei der Befund nicht vollständig gesichert ist.2

Ein sicherer Weg, die Diagnose Gicht zweifelsfrei zu stellen, besteht in einer Gelenkpunktion mit Entnahme von Gelenkflüssigkeit. Werden in dieser Flüssigkeit Harnsäurekristalle gefunden, ist die Diagnose Gicht zu 100 % gesichert. In der täglichen Praxis wird diese aufwendige und mit einem Infektionsrisiko verbundene Diagnostik aber nur dann durchgeführt, wenn eine Verdachtsdiagnose Gicht ohne weitere Symptomatik besteht.

Bildgebung

Zur Diagnose von Gicht können verschiedene bildgebende Verfahren zum Einsatz kommen:

  • Röntgenaufnahmen: Im Stadium der frühen Gicht helfen Röntgenaufnahmen meist nicht weiter, sie können jedoch andere Erkrankungen des Gelenks differenzieren.1
  • Gelenksonografie: Zur Diagnose einer frühen Gicht ist eine Gelenksonographie eine geeignete Methode.1
  • Dual-Energy-Computertomografie: Mit der Dual-Energy-Computertomografie können spezifisch Harnsäurekristallablagerungen erkannt werden; Nachteile sind eine hohe Strahlenbelastung und hohe Kosten.2

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Oft tritt ein Gichtanfall plötzlich nachts oder morgens auf. Das betroffene Gelenk schmerzt und kann zudem anschwellen, sich verfärben und heiß werden.

Typisch Gicht: Gelenke schwellen anfallsartig an und schmerzen stark, besonders in den Füßen. Im chronischen Verlauf verformen sich die Gelenke.

Mit dem Purinrechner berechnen Sie, wieviel Purin sich in einem Lebensmittel befindet und welcher Harnsäuremenge das entspricht. Durch eine purinarme Ernährung kann der Harnsäurewert gesenkt werden.

Guten Appetit: Dieser kleine Alltagshelfer unterstützt Sie bei der purinarmen Ernährung.

Ist der Harnsäurespiegel im Blut erhöht, bilden sich schmerzhafte Harnsäurekristalle. Lesen Sie hier, wie es dazu kommt.

Die richtige Lagerung des Gelenks ist ein Bestandteil der nicht-medikamentöse Therapie von Gicht.

Medikamente, Lebensstilanpassung & Co – so werden Sie beschwerdefrei.


Quellen:

1. Tausche AK CME Zertifizierte Fortbildung Gicht. Internist 2021; 62: 513-525

2. Engel B. Gicht in der hausärztlichen Praxis. Fortschr Med 2021; 163 (1)